Quarzite aus Indien

Bei den internationalen Steinmessen fällt dem aufmerksamen Beobachter auf, dass etliche indische Firmen (vor allem aus dem Norden) ein reichhaltiges Angebot an Steinen haben, die wie Sandstein aussehen. Die meisten dieser Steine sind Quarzite, obwohl sie im allgemeinen Sprachgebrauch in der Branche oft als Sandstein verkauft werden. In diesem Artikel wollen wir die Welt der Quarzite in Indien erforschen.

Von der Definition her handelt es sich bei Quarziten um metamorphes Gestein mit einem hohen Anteil an Silikaten (er muss bei mindestens 70 % liegen).

Sorten

Auf dem Weltmarkt gibt es verschiedene indische Sorten und man kann sie grob in die folgenden Kategorien unterteilen:

Schiefer / Quarzite, die auf dem Markt unter folgenden Namen gehandelt werden:
 

a) Himachal White

b) Himachal Black

c) Himachal Green

d) Silver Grey

e) Silver Shine

f) Monsoon Black.

 

 

 

 

 

 

 

Diese Quarzitsorten gibt es in kleineren Größen von 60 x 40 cm und mit einer Dicke von 12 bis 18 mm, und normalerweise werden sie mit ihrer natürlichen Oberfläche angeboten.

 

Silver Grey, Silver Shine und Monsoon Black sind auch in Blöcken von 2 x 1 m erhältlich, wobei Monsoon Black nur sehr selten zu finden ist. Silver Grey wie Silver Shine sind vergleichsweise einheitlich gefärbte Materialien.
 

Die Steinbrüche, in denen die genannten Sorten zu finden sind, liegen im Himalaya in Sivalik-Gegend, im Bergstaat Himachal Pradesh. Der Stein kann in nur vergleichsweise geringen Mengen abgebaut werden, da die Steinbrüche ungefähr die Hälfte des Jahres wegen Schnee geschlossen sind.
 

Außerdem gibt es noch eine andere Sorte, die sich am treffendsten als Sandstein/Quarzit bezeichnen lässt und die in reichlicheren Mengen verfügbar ist. Diese Sorte wird im Moment im Staat Rajasthan in rund 50 Steinbrüchen abgebaut. Die Lagerstätten sind riesig, so dass es keinen Mangel an Nachschub gibt. Diese Steinbrüche befinden sich in der Nähe von Kota, in Bijoli, in der Bhilwara-Gegend, wo die meisten Quarzitvorkommen sind. Fast 90% des Materials wird in Rajasthan abgebaut und weiter verarbeitet. Wie so oft in der Steinindustrie auf der ganzen Welt geben verschiedene Firmen ein und demselben Material unterschiedliche Namen, was für Verwirrung sorgen kann. Aber im Wesentlichen tragen die verschiedenen Sorten auf dem Markt folgende Namen:

a) Kandla Grey. Eher einheitlich gefärbt. Es gibt zwei verschiedene Sorten – eine eher lebendig, die andere eher schlicht. Eine rötliche Variante trägt den Namen Kandla Red.

b) Autumn Brown

c) Garda. Bei dieser Sorte gibt es ein weites Farbenspektrum, das von rosa bis bräunlich reicht.

d) Chocolate. Diese Farbe ist eher gleichmäßig, aber bei 20 bis 25 % gibt es weiße Flecken an der Oberfläche.

e) Aroli Brown. Nur in kleinen Mengen verfügbar.

f) Yellow quartzite. Im Vergleich zu den grauen und braunen Sorten nur in kleinen Mengen verfügbar. Dieses Material wird auch unter dem Namen Camel Dust angeboten.
 

g) Desert Brown. Bei dieser Sorte fallen die Blöcke eher klein aus, weil oft Risse auftreten.

 

Da Quarzit so hart ist, wird er mit Gattersägen für Granit und Blockschneidemaschinen geschnitten. Das Material absorbiert Wasser (die Wasserabsorption liegt bei 1-2%), so dass vor der Verlegung als Bodenbelag manchmal eine Vorbehandlung erforderlich ist.

Endbehandlung

Die am weitesten verbreitete Endbehandlung ist gehont, aber auch die polierte Variante findet ihre Abnehmer. Auch gibt es das Material geflammt, sandgestrahlt, kiesgestrahlt und gebürstet. Sehr beliebt ist auch die Oberfläche, die einfach so belassen wird, wie sie gesägt wurde.
 

Märkte

Von all den genannten Sorten wird Kandla Grey in den größten Mengen exportiert, gefolgt von Autumn Brown. Exportiert wird seit rund einem Jahrzehnt und die Hauptabnehmer für Quarzit sind die Europäer. 2012 wurde die erstaunliche Menge von monatlich 1000 Containern Kantsteinen nach Europa geliefert und weitere 1000 bis 2000 Tonnen von Pflastersteinen aus Quarzit. Für den Export sollten die Steine 3 bis 5 cm dick sein, während auf dem indischen Markt eher Nachfrage nach 2 cm dicken Fliesen besteht.
 

 

Unser besonderer Dank für die Informationen an M. S. Rathore, Anuj Modi, Ishwinder Singh, Dalvir Chandna.